
©2012GrünenthalGmbH Der Karpaltunnel Ursachen eines Karpaltunnelsyndroms Krankheitszeichen Konservative Behandlung Operation A B C D E Der Karpaltunnel ist ein Durchgang für Muskeln, Sehnen und den Medianus-Nerv, der Daumen, Zeige- und Mittelfinger und den daumenseitigen Anteil des Ringfingers versorgt. Das Kar- palband bildet das „Dach“ des Tunnels. Beschwerden wer- den durch eine Enge im Karpaltunnel hervorgerufen, die zu einer Druckschädigung des Nerven führen kann. Engpass-Syndrome (am Beispiel eines Karpaltunnelsyndroms) 38 Engpass-Syndrome (am Beispiel eines Karpaltunnelsyndroms) Neben einer angeborenen Enge gibt es zahlreiche Ursachen. Häufig spielen entzündliche Prozesse mit Schwellungen eine Rolle, die den Tunnel verengen. Ursachen sind beispielsweise Verletzungen, handgelenksnahe Brüche, wiederkehrende mechanische Belastungen des Hand- gelenkes, Sehnenscheidenentzündungen, altersbedingte Ver- schleißerscheinungen und Geschwülste (z.B. Lipom). Auch eine rheumatoide Arthritis kann zu Sehnenscheidenentzündungen führen. Bei einer Schwangerschaft kann durch Gewichtszunah- me und Wassereinlagerungen eine Enge im Karpaltunnel ent- stehen. Typische Krankheitszeichen sind Taubheit und Kribbeln im Versorgungsgebiet des durch den Tunnel verlaufenden Nervus medianus. Die zum Teil heftigen nächtlichen Schmerzen sind die Folge einer vermehrten Schwellung im Karpaltunnel in liegender Position. Die Schmerzen können gelegentlich bis in die Schul- ter oder sogar bis in den Nacken ausstrahlen. Bei fortgeschrittenem Karpaltunnelsyndrom bildet sich meist die Daumenballenmuskulatur zurück, so dass die Greif-Funktion eingeschränkt ist. Außerdem können Taub- heit und Kribbeln dauerhaft bleiben. In der Frühphase: Schmerzmittel und ggf. Kortikoide sowie die Verwendung einer nächtlichen Lagerungsschiene zur Ruhigstellung. Bei starken Schmerzattacken: Injektion einer Glukokor- tikoid-Lösung in die Nähe des Nerven. Wegen Gefahr der Nerv- oder Sehnenschädigung sollte dieses Verfahren nur in Ausnahmefällen angewandt werden. Operation: Durchtrennung des Karpalbands (offen oder minimal-invasiv). Dadurch wird der Karpaltunnel erweitert, so dass der Nerv entlastet wird und sich regenerieren kann.