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Patientenatlas Schmerz

©2012GrünenthalGmbH Was sind Neuropathien? Sympathisch unterhaltener Schmerz Behandlung neuropathischer Schmerzen Wie entsteht neuropathischer Schmerz und wie wird er empfunden? A C D B Neuropathien sind Erkrankungen peripherer und zentraler Ner- ven. Sie treten selten als eigenständige (primäre) Erkrankung auf, meist als Folge anderer Erkrankungen (sekundär). Häufig sind mehrere oder viele Nerven betroffen (Polyneuropathie). Bei Neuropathien ist die Nervenfaser geschädigt und zwar auf der Ebene des Axons (Axonopathie) oder der Myelin- scheide (Myelinopathie). Bei einer Axonopathie sind häufig auch die Blutgefäße, die die Nervenfaser versorgen, ge- schädigt. Bekannte Ursachen sind beispielsweise: Diabetes mellitus, Alkohol, Vitamin B12-Mangel und eine Vitamin B6-Überdosie- rung. Neuropathien und neuropathischer Schmerz 35 Neuropathien und neuropathischer Schmerz Der Neuropathie begegnet die Nervenzelle mit „überschießen- den“ Reparaturprozessen. Nervenfasern können dadurch hy- peraktiv werden und Schmerzreize ohne Ursache generieren. Neuropathische Schmerzen sind häufig stechend, bren- nend, elektrisierend oder bohrend und haben keinerlei Warnfunktion. Zusätzliche Folge der Nervenschädigung sind meist Missemp- findungen wie Kribbeln, „Ameisenlaufen“ und eine veränderte Berührungsempfindlichkeit im Versorgungsgebiet der betroffe- nen Nerven. Schwäche, Muskelschwund und Taubheitsgefühle können auch vorkommen. Der Sympathikus bildet zusammen mit seinem Gegenspieler Para- sympathikus das nicht willentlich beeinflussbare autonome (vege- tative) Nervensystem. Durch die Schädigung bzw. Verletzung von Schmerzfasern kann es zu „Kurzschlüssen“ zwischen den schmerzleitenden Nervenfasern und Fasern des Sympathikus kommen. Man vermutet eine „Aussprossung“ der sympathischen Nerven an die schmerzleitenden Fasern. Dies bedeutet, dass Schmerz entsteht, sobald der Sympathikus aktiv wird (z. B. bei Stress). Damit unterhält der Sympathikus den neuropathischen Schmerz dauerhaft. Wegen der anhaltenden Schmerzimpulse neigen neuropathische Schmerzen dazu, chro- nisch zu werden. Die wichtigste Maßnahme ist - wenn möglich - die Beseitigung der Ursache, z. B. eine normnahe Blutzuckereinstellung bei Dia- betes. Co-Analgetika (Antidepressiva zur Unterstützung der körperei- genen Schmerzhemmung und Antikonvulsiva zur Hemmung der Erregbarkeit von Nervenzellen und der Erregungsweiterleitung in Gehirn und Rückenmark) sowie ggf. Opioide sind stark wirksame Substanzen. Sympathikusblockaden (nur bei sympathisch unterhaltenem Schmerz). Hierbei wird ein Teil des sympathischen Nervensystems mit Lokalanästhetika oder Opioiden blockiert, damit der Teufels- kreis des sympathisch unterhaltenen Schmerzes unterbrochen wird. Die Abbildung zeigt eine Blockade des Ganglion stellatum. Sollten die Schmerzen auch mit adäquater Behandlung nicht aus- reichend zu lindern sein, sollte eine psychologische Schmerzthera- pie mit einbezogen werden.

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