
©2012GrünenthalGmbH Ursachen und Krankheitszeichen BehandlungA B Beim myofaszialen Schmerzsyndrom liegt ein lokal begrenz- ter Schmerzzustand vor, der infolge von Muskelüberlastun- gen entsteht. Ausgangspunkt für Muskelüberlastungen können Stress, kleinste Schäden durch ständig wiederkehrende Bewegun- gen, Mangel- und Fehlernährung (z. B. Eiweißunterversor- gung, Vitaminmangel), hormonelle Störungen, Immobilität, Muskelschwäche, Krämpfe oder neurologische Schäden (Schädigungen einzelner Nervenwurzeln) sein. Die Überlastung eines Muskels führt zu einer anhaltenden Kontraktion in einzelnen winzigen Grundbausteinen des Muskels. Dabei kommt es zu einer lokal begrenzten Sauer- stoff-Unterversorgung und in deren Folge zu einer Dauer- kontraktion (Kontraktur). Dieser überempfindliche Herd wird als Triggerpunkt bezeichnet. Verhärtungen von muskulären Faserbündeln sind an diesem Punkt tastbar (Taut Band). Druck auf den Triggerpunkt führt über die Ausschüttung von Botenstoffen zu einem örtlich begrenzten Schmerz, der sich durch Reflexe auf benachbarte Muskelbezirke ausdehnen kann (übertragene Schmerzen). Übertragene Schmerzen ha- ben nichts mit Schmerzen zu tun, die entlang eines Nerven infolge einer Nervenverletzung austrahlen. Bei Druck auf den Triggerpunkt kommt es auch zu einem reflektorischen Zucken der dortigen Muskelfasern. Zudem besteht eine eingeschränkte Beweglichkeit und Muskel- schwäche des Gebietes. Myofasziales Schmerzsyndrom 33 Myofasziales Schmerzsyndrom Wichtig sind physiotherapeutische Maßnahmen wie Massagen zur Verringerung der Muskelspannung und Wärmeanwendungen zur Verbesserung der Muskeldurchblutung und Beseitigung der lokalen Sauerstoffmangelversorgung. Dehnungsübungen können meist nur bei Anwendung schmerz- stillender Kühlsprays durchgeführt werden. Unterstützend werden muskelentspannende Arzneimittel und Muskelrelaxationstechniken eingesetzt. Bei therapieresistenten Formen kommt das „dry needling“ zum Ein- satz (Zerstörung des Triggerpunkts durch wiederholtes fächerför- miges Vor- und Zurückschieben einer Nadel in den Triggerpunkt), z. B. mit Akupunkturnadeln. Die Wirksamkeit kann durch Injektion von NaCl-Lösung (zur Verdünnung der schmerzauslösenden Substan- zen im Triggerpunkt) oder Lokalanästhetika verstärkt werden.