
©2012GrünenthalGmbH Unspezifische Form Reizung der Nervenwurzel Behandlung A B C 90% der HWS-Schmerzen sind unspezifisch. Sie entwickeln sich meist langsam durch andauernde (einseitige) Fehlbela- stung. Fehlende Arbeitspausen und fehlende gegensteuernde körper- liche Aktivitäten führen zu einer gestörten Balance zwischen An- und Entspannung und damit zu schmerzhaften Muskelver- spannungen. Auch Verschleiß der Bandscheiben und Wirbelbogengelen- ke (durch mangelnde Bewegung oder altersbedingt) kann zu Schmerzen führen, typischerweise durch Muskelverspannun- gen. Die Schmerzen können unscharf begrenzt in Hinterkopf, Stirn, Nacken, Schultern und Oberarm ausstrahlen (pseudoradikuläre Form). 20 Nackenschmerzen (Zervikalsyndrom, HWS-Syndrom) Nackenschmerzen (Zervikalsyndrom, HWS-Syndrom) Ursache der radikulären Form ist eine Reizung der Nervenwur- zel, z. B. durch einen Bandscheibenvorfall oder durch knöcher- ne Ausläufer, die infolge von Verschleißprozessen entstehen. Bei dieser Form werden Schmerzen scharf begrenzt entlang der Nervenbahnen empfunden, und es kann zu neurologischen Ausfällen kommen (Missempfinden, Taubheit, Fehlfunktion der Muskulatur). Die Therapie der unspezifischen Form besteht in der Bei- behaltung normaler Aktivität und einer Physiotherapie sowie Schmerzmitteln (Nicht-Opioide oder ggf. zentral wirksame An- algetika wie beispielsweise Opioide und Muskelrelaxanzien) und ggf. der transkutanen elektrischen Nervenstimulation (TENS). Bei verzögertem Verlauf können lokale Infiltrationen eines Lokal- anästhetikums sinnvoll sein. Bei chronischen Beschwerden und zur Verhinderung einer Chronifizierung sind Entspannungsverfahren und Schmerzbe- wältigungstrainings zu empfehlen. Bei der radikulären Form können Kortikoid-Injektionen in die Nähe der Nervenaustrittsöffnungen hilfreich sein.