
©2012GrünenthalGmbH 16 Trigeminusneuralgie Trigeminusneuralgie Entstehung und Symptome Formen und Ursachen Auslöser Behandlung A B C D Der Trigeminus-Gesichtsnerv ist zuständig sowohl für die Sensibilität im Gesicht als auch die Steuerung der Gesichtsmuskulatur (z. B. Kauen). Durch bestimmte Auslöser entstehen anormale Spontanreizungen in bestimmten Bereichen bzw. Ästen des Nervs. Die Reizungen / Schädigungen / Entzündungen führen zu blitzartigen, einschießenden Schmerzen im Versorgungsgebiet des jeweiligen Trigeminus- Astes (Stirn, Oberkiefer, Unterkiefer). Es können auch mehrere Bereiche oder die gesamte Gesichtshälfte betroffen sein. Der Schmerz hält meist für wenige Sekunden an. Mehrere solcher Attacken (bis zu 200) treten pro Tag über Wochen und Monate auf. Nach der Attacke zeigen sich gelegentlich vegetative Erscheinungen im Versorgungsgebiet des entspre- chenden Trigeminusastes: Rötung, Sekretion der Tränen-, Nasen- und/oder Speicheldrüsen. Klassisch: Vermutete Ursache ist ein „trigemino-vaskulärer Mechanis- mus“, der durch räumliche Nähe von Blutgefäßen und Nervenstamm gefördert wird. Dabei werden Nervenfasern zusammengedrückt. Sekundär: Ursache sind andere Erkrankungen wie Multiple Sklerose oder Herpes zoster, die zu Nervenschädigungen führen. Kauen, Schlucken, Sprechen, Zähneputzen, Luftzug sowie die Berüh- rung bestimmter Hautpartien im Gesicht (Triggerzonen). Die klassische Trigeminusneuralgie spricht als neuropathisches Schmerzsyndrom in der Regel gut auf Antiepilepsiemittel (Antikonvulsi- va) an (1. Wahl: Carbamazepin und Phenytoin; 2. Wahl: Pregabalin und Gabapentin). Operative Verfahren kommen bei nicht ausreichender bzw. nachlassen- der Wirksamkeit in Betracht. Ein häufig angewandtes Verfahren ist die mikrovaskuläre Dekompres- sion (Operation nach Jannetta), bei der die schmerzverursachenden Kontakte zwischen Arterien und Hirnnerven beseitigt werden. Dazu wird ein Teflon-Schwämmchen zwischen die betroffenen Blutgefäße und Nerven in der hinteren Schädelgrube gelegt.