
©2012GrünenthalGmbH 9 Die Behandlung chronischer Schmerzen Physikalische Maßnahmen Aktivierung und Bewegung (Stimulation, Ablenkung, verbesserte Durchblutung) beeinflussen die körpereigene Schmerzhemmung posi- tiv. Außerdem wird die Belastbarkeit und Funktionsfähigkeit der Gewebe erhöht - z. B. Muskulatur oder Bandscheiben. Entspannung Entspannungstechniken sind sehr wichtig, um verspannten Muskeln den Kampf anzusagen und das physiologische Erregungsniveau zu senken. Wirksam sind beispielsweise Lesen, Musik hören, sich mit Freunden treffen, meditieren, tanzen, spazieren gehen. Wirksam sind auch spezielle Entspannungstechniken wie die progressive Mus- kelentspannnung oder autogenes Training. Entspannung muss erlernt werden, und sie lässt sich nicht erzwingen! Psychotherapie In der psychologischen Schmerztherapie geht es darum, die eigenen Möglichkeiten im Umgang mit den Schmerzen besser zu nutzen als bisher. Dazu lernt man Strategien kennen, die Schmerzen ver- ringern. Darüber hinaus lernt man, Denk- und Verhaltensweisen zu A B C D Die Behandlung chronischer Schmerzen verändern, die Schmerzen verstärken. Ziel ist es, dass die Schmerzen die Lebensführung weniger beherschen und andere wichtigere Le- bensbereiche wieder mehr in den Mitttelpunkt treten können. Medikamente Eine frühzeitige und ausreichende medikamentöse Schmerztherapie ist unabdingbar um: die permanenten Schmerzreize zu reduzieren, die die neuroplasti- schen Veränderungen (Anpassungen des zentralen Nervensystems) verursachen, hyperaktive Nervenfasern zu beruhigen, die körpereigene Schmerzhemmung zu unterstützen. Darüber hinaus erleichtert die medikamentöse Schmerzlinderung alle anderen Maßnahmen, da die Aufmerksamkeit nicht ständig auf die Schmerzen gelenkt ist. Die Kombination aus körperlichen, übenden, psychotherapeu- tischen und medikamentösen Behandlungsverfahren wird als multimodale Schmerztherapie bezeichnet. Sie wird in der Regel interdisziplinär (fachübergreifend) durchgeführt.