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Patientenatlas Schmerz

©2012GrünenthalGmbH 8 Wie entsteht chronischer Schmerz? Ausgangspunkt: unzureichend behandelte anhaltende Schmerzen Werden schmerzleitende C-Fasern anhaltend erregt, führt dies zu einem permanenten „Beschuss“ des zentralen Nervensys- tems (Gehirn und Rückenmark) mit Schmerzreizen. Dieser wird noch dadurch verstärkt, dass periphere Nervenfa- sern durch Läsionen und Entzündungen sensibilisiert werden und dadurch verstärkt Schmerzsignale feuern (periphere Sensi- bilisierung). Der Beschuss führt zu funktionellen, strukturellen, adaptiven (neuroplastischen) Veränderungen in Gehirn und Rücken- mark, die sich im weiteren Verlauf verselbständigen (zentrale Sensibilisierung). In der Folge besteht der Schmerz unabhängig weiter, auch wenn die Schmerzursache beseitigt ist. Beispielsweise werden im Hinterhorn des Rückenmarks post- synaptisch neue Rezeptoren gebildet und dadurch die Reaktion auf Schmerzreize gesteigert (wind-up). A D E B C Wie entsteht chronischer Schmerz? Bei weiterem Fortschreiten können C-Fasern (feine Schmerzfa- sern) komplett zerstört werden. Intakte A-beta-Fasern (Fasern für nicht schmerzhafte mechanische Druckreize) können neue anatomische Verbindungen zu Nervenzellen im Rückenmark ausbilden, die dort für die Schmerzverarbeitung zuständig sind. Diese Fehlverschaltungen führen dann dazu, dass jeder Be- rührungsreiz als Schmerz empfunden wird. Das endogene Schmerzhemmsystem im Rückenmark mit körpereigenen Hemmsubstanzen wie Endorphinen und Noradrenalin erschöpft sich immer mehr, je länger die erhöhte Reiz-Aktivität anhält. Dadurch werden Schmerzimpulse unge- bremst und teilweise sogar verstärkt an das Gehirn weitergelei- tet. Somit koppelt sich der Schmerz immer mehr von der Ursache, einer ursprünglichen Verletzung, ab, und eine eigene Krankheit entsteht.

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